Analkrebs
Struktur und Erkrankung: Analkrebs einfach erklärt
Modifiziert nach Leitlinienprogramm Onkologie2
Analkrebs ist ein bösartiger Tumor des Anus. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um ein sogenanntes Analkarzinom. Der Anus, manche sagen auch After, beschreibt die Austrittsöffnung des Darms.1,2 Es wird zwischen Analkarzinomen des Analkanals und des Analrands unterschieden.2
Analkrebs ist eine seltene Erkrankung, von der 1,3 bis 2,3 Patient*innen pro 100.000 pro Jahr betroffen sind – Frauen häufiger als Männer.1 Analkrebs tritt größtenteils zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf.2
Da das Analkarzinom recht selten vorkommt, wird es leider immer noch leicht übersehen. Und das, obwohl die Fälle kontinuierlich mehr werden.2 Auch deshalb ist es so wichtig, mögliche Beschwerden am und im Anus frühzeitig anzusprechen, um so eine bessere Früherkennung zu ermöglichen – damit Schweigen nicht zur Hürde für eine frühzeitige Diagnose wird oder ihr sogar im Weg steht
Informationen zu HPV
Die Wichtigkeit der HPV-Impfung
Fast alle sexuell aktiven Erwachsenen bekommen es irgendwann in ihrem Leben mit dem Humanen Papillomvirus (HPV) zu tun. In den meisten Fällen verläuft die Infektion harmlos und klingt von selbst wieder ab. Jedoch können manche Typen zu Genitalwarzen oder, im schlimmsten Fall, zu Krebs des Gebärmutterhalses, der Vulva, des Penis, des Halses oder des Anus führen.2,3
Impfungen sind ein sicherer und effektiver Weg, um sich gegen die häufigsten riskanten HPV-Typen zu schützen. Idealerweise wird die Impfung vor potenziellem Kontakt mit dem Virus verabreicht – also vor dem ersten Sexualkontakt. Trotzdem kann auch eine spätere Impfung das Risiko einer HPV-Infektion und HPV-assoziierten Erkrankungen senken und zudem die Herdenimmunität verbessern.3,4
Regelmäßige Pap-Tests (zur Erkennung von Veränderungen am Gebärmutterhals) und HPV-Tests
Vorsorgeuntersuchungen sind entscheidend für die frühzeitige Erkennung von Zellveränderungen oder Infektionen, die sich zu Krebs entwickeln könnten. Pap-Tests untersuchen dabei die Zellen des Gebärmutterhalses auf Auffälligkeiten, während HPV-Tests das Vorhandensein von Hochrisiko-Typen des Virus nachweisen. Selbst wer bereits eine HPV-Impfung erhalten hat, sollte regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen.5,6
Welche Symptome gibt es?
Das Analkarzinom kann sich ganz unterschiedlich äußern. Leider sind die Symptome dabei alles andere als eindeutig und ähneln häufig denen von anderen, weitaus harmloseren Erkrankungen, wie zum Beispiel Hämorrhoiden.7
Typische Beschwerden2
- Blutungen im Analbereich
- Blut im Stuhlgang
- Schmerzen beim Stuhlgang
- Juckreiz im Analbereich
- Tastbare Knoten
- Ein Fremdkörpergefühl (Veränderungen der Haut am After)
- Vergrößerte Leistenlymphknoten
Wichtig
Viele Betroffene zögern aus Unsicherheit oder weil Beschwerden im Analbereich als Tabu-Thema gelten. Die Folge: Sie kommen erst spät in eine Praxis. Das kann eine rechtzeitige Diagnose und somit den Behandlungsverlauf erschweren.8
Das Bild dient nur zur Veranschaulichung.
Es zeigt keine echten Patienten oder medizinisches Fachpersonal. Das Bild dient nur zur Veranschaulichung. Es zeigt keine echten Patienten oder medizinisches Fachpersonal.
Referenzen
- Robert Koch-Institut. Krebs in Deutschland. https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_2023.pdf?__blob=publicationFile (zuletzt abgerufen am 09.02.2026).
- Leitlinienprogramm Onkologie. Patientenleitlinie Analkarzinom. https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Patientenleitlinien/Patientenleitlinie_Analkrebs_167v100.pdf (zuletzt abgerufen am 09.02.2026).
- Williamson AL. Viruses. 2023;15(7):1440. doi: 10.3390/v15071440.
- Illah O, et al. Diagnostics. 2023;13(2):243. doi: 10.3390/diagnostics13020243.
- Chrysostomou AC, et al. Viruses. 2018;10(12):729. doi: 10.3390/v10120729.
- Arbyn M, et al. Ann Oncol. 2010;21(3):448–458. doi: 10.1093/annonc/mdp471.
- Bundesministerium für Gesundheit. Hämorrhoiden. https://gesund.bund.de/haemorrhoiden (abgerufen am 09.02.2026).
- Siegel R, et al. Dtsch Arztebl Int 2021;118:217-24. doi: 10.3238/arztebl.m2021.0027.